Brezel me up – 50 Jahre Star-Trek-Kostüme

Wo hat Quark eigentlich seine ikonischen Outfits her? Was trug Captain Picard in späteren Dienstjahren? Und gehen die Borg in Uniform auf’s Klo? Antworten auf drängende Modefragen rund um das Star-Trek-Universum liefert »Star Trek Kostüme – 50 Jahre Mode aus unendlichen Weiten.«

Ende 2016 ist der großformatige Band beim Zauberfeder-Verlag erschienen. Fantasy- und LARP-Freunde kennen den Verlag vor allem wegen seiner Sachtitel rund um Rollenspiel-Gewandung, Mittelalterfolklore und RPG-Regelwerke. Mit dem Band von Paula Block und Terry Erdmann liegt nun ein schöner Beitrag zur Star-Trek-Designgeschichte auch in deutscher Sprache vor.

Block und Erdmann versammeln Concept Art, ausgeführte Kostüme, Set-Fotos und sprechen mit den Originaldarstellern über ihre kultgewordene Arbeitskleidung. Dabei kommt Star-Trek-Designer Robert Blackmann zu Wort, der den Ferengis ihre prachtvollen Gewänder auf die umtriebigen Leiber schneiderte, berichtet von seinen Anfängen bei der Show und von der Freude, die Ferengi-Sexbombe Lumba auszustatten. Fans von Deep Space Nine werden sich erinnern, dass er damit in guter Gesellschaft war, hatten doch so ziemlich alle – außer Quark – Freude an dem flotten Fräulein.

Jeri Ryan (»Seven of Nine«) berichtet, dass sie in ihrem engen Borg-Kostüm gewaltig damit zu kämpfen hatte, überhaupt koordiniert durch das Bühnenbild zu gelangen. Andere Stimmen schließen sich an: Borg vermögen tatsächlich nicht in Uniform aufs Klo zu gehen, was ihre gebeutelten Darsteller am Set zu wahren Durst- und Hungerkünstlern machte. Natürlich erfahren die Leser im Next-Generation-Kapitel auch alles über das legendäre Picard-Manöver. Picard-Darsteller Patrick Stewart fühlte sich in seinem rutschigen Uniformrock nämlich so unwohl, dass er ihn bei jeder Gelegenheit diskret zurechtrückte – was weder Kameras noch Fans verborgen blieb und erst recht nicht den Kollegen, die seine kultivierte Geste sogar übernahmen.

Der Band zeigt Star-Trek-Outfits und modische Konzepte aus allen Serien und den zehn »klassischen« Kinofilmen, dem ersten Abrams-Film und lässt nur die 2017er Serie Star Trek Discovery aus. Damit bietet er unter anderem einen ansehnlichen Querschnitt durch die gestalterische Entwicklung der Klingonen und spart auch hier nicht mit Anekdoten. Nicht zuletzt die Geschichte von Worfs Ehrenschärpe und ihrem Re-Design aus Fahradkettenteilen hat einigen Unterhaltungswert.

Seinen Wert bezieht der Band auch daraus, dass er etwas konserviert, das in dieser Form nicht mehr existiert. 2006 wurden die Kostüme aller Star-Trek-Serien aus den Magazinen geholt und versteigert. Entsprechend ausführlich ist die Danksagungsliste, denn die Versammlung der Trek-Couture erforderte eine erhebliche Menge an Kooperation. Gelohnt hat es sich: An manche Details erinnert man sich erst, wenn man noch einmal darauf gestoßen wird. Sei es das kurzärmlige Hemd von Dr. McCoy, das er so gern auf der Krankenstation trug, Spocks vulkanischer Bademantel oder das martialische Hochzeitskleid von Jadzia Dax. Auf über 250 Seiten wird quer durch die Generationen jeder etwas finden, um die Wartezeit auf neue Folgen von Star Trek Discovery zu verkürzen. Es muss ja nicht gleich der Overall von Wesley Crusher sein…

Paula M. Block, Terry J. Erdmann: Star Trek Kostüme – 50 Jahre Mode aus unendlichen Weiten. Zauberfeder 2016. 49,90 €.


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